Das Reisen auf den Philippinen gestaltet sich etwas anders, als es der durchschnittliche Europareisende gewohnt ist. Nicht nur das tropische Klima, das andersartige Essen machen den Unterschied, sondern auch die vollkommen anderen Sitten und Gebräuche. An diese muß sich der Europäer erst gewöhnen.
Und vor allem: die Sitten respektieren. Die nachfolgenden Tips sind aus unseren langjährigen Reiseerfahrungen und den teilweise mehrjährigen Daueraufenthalten entstanden und… erprobt:
- First: Sie sollten mit der teilweise extremen bitteren Armut umgehen können und auch unschöne Anblicke ertragen können, ohne sich von Fremden Geld für die Armen aus der Tasche ziehen zu lassen. Wenn Armut, Hunger und Krankheit Sie abschreckt, fahren Sie bitte nicht auf die Philippinen.
- Wir sind grundsätzlich freundlich, zuvorkommend und höflich und großzüging.
- Auf die allgegenwärtigen “Hey Joe”-Rufe reagieren wir mit einem “Hi” und einem fröhlichen Lächeln. GI Joe ist der Klassiker aus der amerikanischen “Besatzungszeit” und kennzeichnet jeden weißen Zweibeiner.
- Wir erklären dem Filipino nicht das Leben und nicht sein Land. Beides ist ihm bekannter als uns.
- Wir erklären Einheimischen nicht, was auf den Phils schlecht läuft, wie korrupt die Politik ist und wie die Filipinos es besser machen müssen.
- Die katholische Kirche ist auf den Philippinen immer noch ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor: wir reden nicht schlecht über sie, wir outen uns nicht als Atheist und wir ärgern den Pastor nicht. “WE like the Pope” !
- Wir reden mit Filipinos nicht über das allgegenwärtige Phänomen (den “BIG Deal”…) “junge Pinay und dicker alter weißer Mann”. Den Teil, den wir uns denken, behalten wir für uns.
- Bei kleineren “Missverständnissen” werden wir weder laut noch ausfallend. Keifende Weiße machen sich nur lächerlich und sorgen für allgemeine Heiterkeit… oder Ablehnung. Mit einem Gespräch und Freundlichkeit läßt sich wie immer alles regeln.
- Wir protzen nicht: die dicke Rolex und das Designerkleidchen mit Markensymbol sind unangebracht – ein schlichtes T-Shirt und eine lange oder kurze Hose (je nach Örtlichkeit) reichen aus.
- Wir geben Pinays in der Provinz nicht als Erster die Hand sondern warten ab.
- Wir reden nicht über Geld und machen den Mercedes in der Heimat vielleicht in Erzählungen zu einem alten gebrauchten Opel…
- Wir lügen nicht, sind nicht überheblich.
- Wir akzeptieren die klassische “Philippine Time” und gehen mit Wartezeiten gelassen um.
- Wenn wir zum Essen eingeladen werden und “sonderbare” Speisen angeboten bekommen, zögern wir nicht, wir verziehen nicht angewidert den Mund, sondern greifen beherzt zu und verlassen uns notfalls auf unsere Reiseapotheke… Wir sagen einfach “Ohhh… thank you !”
- Wenn der Provinzgouverneur am Nebentisch beim Essen laut und vernehmlich ein Bäuerchen macht, nehmen wir das einfach nicht zur Kenntnis.
- Karaoke-Gebrüll um 2 Uhr morgens: Kaum einer kann es, doch jeder tut es… Singen Sie doch einfach mit und schlafen Sie später ! Wetten, daß Sie nach 2 Wochen alle Tom-Jones-Songs auswendig mitsingen !?
Des weiteren gilt das, was der gesunde Menschenverstand eigentlich jedem Reisenden generell vorgeben sollte:
- Wir spazieren um 3 Uhr morgens nicht in dunkle Ecken, nicht in der Provinz und erst recht nicht in Manila.
- Wir lassen uns nicht wortreich in irgendwelche unbekannten finsteren Etablissements hineinziehen.
- Wir tragen nicht bündelweise Geld mit uns herum
- Wir fahren nur mit Taxen, die einen geeichten Taxameter haben (”Metered Taxi”) und achten darauf, daß der Fahrer den Meter auch bei Abfahrt einschaltet. Eine Fahrt durch Manila kostet je nach Distanz und Verkehr zwischen 120 und 200 Peso, keinesfalls mehr. Protestiert wird bei überhöhtem Fahrpreis erst am Ende der Fahrt, gute Endpunkte sind immer Malls, da sich dort in Rufweite immer ein Security-Officer findet und Polizei nicht weit ist.
- Fahrten mit dem Tricycle kosten pro Person 7,50 Peso, bei längeren Strecken wird verhandelt, wobei es auch dort ortsübliche Richtwerte gibt. Im Zweifelsfall gilt wie beim Taxi auch: fahren lassen und aufs nächste Trike warten !
- Wer sich als unerfahrenes Weißbrot des Nachts in den Rotlichtbezirken rumtreibt, darf sich weder wundern noch über irgendetwas beschweren… wer sich in Gefahr begibt… Sie kennen das.
- Wir gehen Handgreiflichlichkeiten aus dem Weg. Größere Streitereien können wir nur verlieren, solange keine Polizei in der Nähe ist. Einen wütenden Pinoy zu reizen, kann schnell zu einer Messerstecherei führen…
- Sollten Sie wider Erwarten Opfer eines Überfalls werden: rücken Sie Ihre Wertsachen ohne großes Rumgezeter einfach raus – dafür überleben Sie schließlich…
Generell gilt wie immer: was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem Filipino zu. Wenn wir uns so verhalten und andere so behandeln, wie wir behandelt werden wollen, geht im Regelfall nie etwas schief.
Es gibt auf den Philippinen zwei Gruppierungen, die man als weißer Reisender sehr ernst nehmen sollte und denen man als “First-Timer” generell aus dem Weg gehen sollte: die Abu-Sayaf und die NPA (New Peoples Army). Erstere sind teilweise radikalisierte Muslime, die letzteren bilden eine nicht ungefährliche paramilitärische Untergrundorganisation mit kommunistischen Wurzeln. Auch in unserer Region Aklan/Kalibo gibt es Zellen der NPA.
Wir kennen die sog. “NPA-Areas” und wir kennen auch ein paar Mitglieder. Wenn Sie unseren Tips Folge leisten und keinen Unsinn anstellen, wird auch nichts passieren. Wir haben da so unsere Erfahrungen…
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